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[Review] Russia 88

OT: Rossiya 88; Russland 2009; Regie: Pavel Bardin; Darsteller: Petr Fedorov, Vera Strokova, Kazbek Kibizov, Mikhail Polyakov, …

Russia 88 ist ein Neonazidrama um eine Gruppe jugendlicher Nazi-Skins in Russland. Sie propagieren „Russland den Russen“ und verehren Adolf Hitler. Wer darin einen Widerspruch entdeckt, kann ihn behalten. Der Film ist dabei sehr geschickt im Stil von „Found Footage“ Filmen gemacht: der eine Nazi aus der Gruppe filmt mit seiner Kamera den Alltag seiner Kameraden mit besonderem Augenmerk auf den Anführer Blade. Aus dem Material will er Blade einen Film mit dem Titel „Russia 88“ herstellen. Quasi das Ergebnis sehen wir hier nun.

Durch das angebliche Privatmaterial dass auch noch mit Absicht etwas unkooridiniert zusammen geschnitten ist und die guten Darsteller, wirkt der Film erschreckend realistisch. Glücklicherweise hat man hier aber kein kopfschmerzversursachendes Rumgewackel wie etwa bei „Blair Witch“ vor sich. Es gibt auch keine Filmmusik, sondern lediglich die Musik die eben die Nazis in manchen Szenen hören oder gar selbst spielen. Die Illusion dass man hier echte Aufnahmen vor sich hätte ist wirklich nahezu perfekt.

Aber zurück zum schockierenden Inhalt. Die Neonazis werden von einem älteren Typ in einem „Patriotischen Sportverein“ koordiniert und angestachelt. Wenn sie nicht gerade ausländische „Parasiten“ auf dem Gemüsemarkt oder Penner im Park verprügeln, saufen sie sich zu rechtsradikaler Mukke die Hucke voll. Teilweise bekommen sie sogar Aufträge von der Polizei, hier und dort ein paar „Parasiten“ zu vertreiben. Außerdem veranstalten sie noch ein Trainingslager in dem sie unter einer Hakenkreuzfahne Militär- und Schießübungen abhalten. Die Familie von Blade ist mit seiner Gesinnung gar nicht einverstanden und als sich seine Schwester in einen Ausländer verliebt, eskaliert die Situation.

So oder so ähnlich soll die Rechte Szene in Russland tatsächlich sein. Was genau der Film dabei vielleicht über- oder untertreibt, kann man schlecht sagen wenn man sich damit nicht auskennt. Aber zumindest hat der Film in Russland Proteste von Neonazis ausgelöst. War ihnen der Film vielleicht zu realistisch? Am Ende des Films werden als Text noch einige reale Fälle rechter Übergriffe in Russland aufgezeigt.

Noch ein Wort zur deutschen Veröffentlichung: zum einen wurde der Titel etwas sinnentstellt und lautet „Skinheads 88“. Nein, nicht alle Skinheads sind rechts, egal wie oft die Massenmedien uns das suggerieren wollen. Das der Bezug zu Russland aus dem Titel herausgenommen wurde ist natürlich auch schade. Die deutsche Synchro ist bei so einem Film auch überflüssig, der Film wirkt natürlich nur realistisch wenn man ihn im Originalton ankuckt (russisch). Die englischen Untertitel auf der UK DVD reichen zum Verständnis aus wenn man halbwegs englisch kann. Und schließlich das K.O. Kiriterium: die deutsche DVD ist gekürzt. Es wurden unter anderem ein paar Szenen mit Nazimusik, rassistischen Sprüchen und einiges aus dem Militärcamp herausgeschnitten. In meinen Augen werden die Nazis damit eher noch verharmlost. Gut gemacht deutsche Zensurbehörden, verdrängen wir doch das Thema einfach ein bisschen…

Der Film ist auf jeden Fall sehenswert, auch filmtechnisch, weil er sehr geschickt gemacht ist. Von der Thematik her sollte er jugendlichen im Unterricht gezeigt werden und zwar ungekürzt.

Fazit: Romper Stomper in Russland, ansehen!

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