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[Review] Zero Killed

OT: Zero Killed; D/Ö 2102; Regie: Michal Kosakowski; Darsteller: Uli Aigner, Aylin Ayaz, Teresa Behr, Dietmar Beinhauer, …

Zero Killed ist kein Spielfilm sondern eine Art Dokumentation bzw. Sozialstudie. Es dreht sich alles um die Frage: wenn du jemand umbringen würdest, wie würdest du es tun? Zu Diesem Thema hat Regiesseur Michal Kosakowski (German Angst) seit 1996 Leute mit den unterschiedlichsten sozialen Hintergründen befragt und ihnen angeboten einen Kurzfilm zu ihrer Mordfantasie zu drehen, einzige Bedingung: sie müssen selbst mitspielen. Über 10 Jahre später hat Kosakowski die Leute erneut interviewt und befragt wie sie aus heutiger Sicht zu ihren Mordfantasien stehen und wie sie über aktuelle Themen wie Folter, Todesstrafe, Gewalt, Krieg usw. denken.

Der Film besteht sowohl aus den Kurzfilmen als auch aus den Interviews mit den betroffenen Personen und ist zu einem fesselnden und höchst denkwürdigem Ganzen zusammen geschnitten wurden. Die Kurzfilme sind dabei bewusst billig gedreht und erinnern in ihrer Heimvideooptik an „Gesichter des Todes“. Bei den Interviews dazwischen wird man ganz schön schockiert, wenn die Leute ihre Mordfantasien rechtfertigen und erklären unter welchen Umständen ihrer Meinung nach ein Mord angebracht wäre. Bei einigen kommt man ganz schön ins Grübeln. Wenn man selbst Kinder hat kann man gut die Gefühle der Mutter nachvollziehen die erzählt dass sie ohne Hemmungen jemanden umbringen würde, der ihren Kindern etwas antut. Dann gibt es wieder einen der erzählt das Folter durchaus ein angebrachtes Mittel ist wenn es um den Schutz vor Terroristen geht. Die ganzen Meinungen der Leute sind aber nicht kommentiert so dass sich der Zuschauer ein eigenes Bild davon machen kann und muss.

Lief auf dem Cinestrange 2013 und ist auch ungekürzt auf DVD in Deutschland erhältlich.

Fazit: Schockierend realistischer Film den man sich unbedingt mal anschauen sollte! Auf jeden Fall der interessanteste und außergewöhnlichste Film vom Cinestrange 2013.

Hintergrundinformationen:
Michal Kosakowski hat die 49 Kurzfilme zunächst in einem Kunstprojekt verabreitet. In einer Installation wurde ein 4 mal 3 Meter großer, begehbarer Würfel gebaut. An einer Innenwand liefen die Kurzfilme auf 7 mal 7 Bildschirmen alle gleichzeitig, während alle anderen Wände aus Spiegeln bestanden. Der Ton wurde von jeweils einem Film nacheinander eingeblendet. Die Betrachter waren also den Filmen hilflos ausgeliefert. Dies sollte auch ein zappen durch das Fernsehprogramm simulieren aber ohne dass man sich hinsetzen und entspannen kann. So gab es diese Installation auf verschiedenen Kunstausstellungen zu betrachten. Die Einzelteile liegen auch noch bei Kosakowski im Keller, theoretisch könnte das Ganze also mal wieder aufgebaut werden.

Trailer:




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