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[Review] Scars of Xavier (WoF 2018)

Bild (c) Bogatzki.mov, itWaits Films

OT: Scars of Xavier; D 2017; Regie: Kai E. Bogatzki; Darsteller: Marc Engel, Isabelle Aring, Oliver Troska, Annika Strauss, Thomas Binder, …

Kai E. Bogatzki ist kein unbeschriebenes Blatt in der deutschen Independent-Horror-Szene. Er hat schon an verschiedenen Filmen mitgewirkt, meistens als Editor z.B. bei Timo Roses „Reeperbahn“, Marcel Walz‘ „Blood Feast“ oder dem letztjährigen Weekend of Fear Gewinner Hi8: Resurrectio. „Scars of Xavier“ ist allerdings sein erster eigener Spielfilm als Regisseur. Und mit diesem hat er gleich voll ins Schwarze getroffen, denn der Film konnte bereits mehrere Preise bei Festivals rund um die Welt abstauben, unter anderem bei den NYC Indie Film Awards und den Publikumspreis als bester Film beim Weekend of Fear 2018.

Es handelt sich dabei um einen Serienkillerfilm in dem der Mörder Xavier sein Unwesen in Prag treibt.

Technisch ist das alles hervorragend gemacht. Der Film ist wunderbar gefilmt und geschnitten, in tristen Sepiafarben gehalten, was ihm einen ziemlich einzigartigen und düsteren Look verleiht und soundtechnisch passend untermalt. Insbesondere der Hauptdarsteller Marc Engel kann überzeugen und gibt einen fiesen Killer ab der passenderweise nicht so sympathisch ist wie beispielsweise ein Hannibal Lecter. Die grausamen Morde sind mit Effekten von Phillip Rathgeber (der auch schon bei einigen Olaf Ittenbach Filmen an den Effekten mitgearbeitet hat) ziemlich hart umgesetzt. Generell sind die Mordszenen ein Highlight des Films, zum Beispiel eine Szene in der Disco, die einem noch lange nach dem Film im Gedächtnis bleiben wird.

Der Killer Xavier wird wunderbar skizziert. Zusammen mit seinem hoffnungslosen Alltag und den Rückblicken in seine Kindheit, kann man schon fast sein Handeln nachvollziehen. Es mangelt dem Film allerdings an Handlung und damit an Spannung. Im Prinzip hangelt er sich von Mordszene zu Mordszene. Es gibt einen Plottwist: Xavier lernt eine Frau kennen und fängt scheinbar an sein Leben zu überdenken. Das ist an sich ganz interessant, wird aber viel zu kurz abgehandelt. Man hätte das vielleicht noch ausbauen können. So wirkt der Film für einen Langfilm etwas handlungsarm.

Das heißt allerdings nicht, dass der Film langweilig ist. Er ist so gut umgesetzt und gespielt, dass es eine morbide Freude ist dem Serienkiller Xavier zuzuschauen. Selten konnte man auf ähnlich realistische Weise einem fiktiven Mörder zu sehen. Der Film hat aber halt nicht gerade einen üblichen Spannungsbogen.

Fazit: Inhaltlich nicht perfekter aber technisch hervorragend umgesetzter Serien-Killer-Film. Sehenswert!

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