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[Review] Der Wolf

David Brückners „Der Wolf“ ist sein bereits 5. Langfilm und wie sein letzter Film Rapunzels Fluch basiert auch der neue wieder auf einem Märchen der Gebrüder Grimm. Es handelt sich aber nicht um eine Märchenverfilmung, sondern um einen waschechten Horrorfilm, mit Elementen des Slashers und des Giallos.

In einem Theater soll an Halloween „Der Wolf und die 7 Geißlein“ für die ganze Familie inszeniert werden. Am Vorabend der Premiere sind ein paar der Schauspieler und Mitarbeiter noch mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt, da beginnt ein Psychopath im Wolfskostüm sie der Reihe nach brutal abzuschlachten.

Nicht nur ist der Film wie ein typischer Slasher im Stil eines „Freitag der 13.“ inszeniert, mit einem maskierten Killer der der Reihe nach die jungen Leute umbringt, die unter anderem Drogen nehmen und nur Sex im Kopf haben, er lädt auch noch im Stil eines Giallos oder Whodunit-Thrillers zum miträtseln ein. Das ist Anfangs ganz gut gemacht, es werden verschiedene Fährten gelegt, so dass es verschiedene Möglichkeiten gibt wer der Killer oder die Killerin sein könnte. Relativ schnell wird dem Zuschauer aber klar, was wahrscheinlich dahinter steckt. Dadurch ist es nicht mehr sehr spannend und die große Auflösung am Ende ist gar nicht so überraschend.

Die Handlung ist also nicht die große Stärke des Films. Sie ist okay, aber nicht weltbewegend. Vielmehr überzeugt Regisseur David Brückner wieder einmal mit einer sehr gekonnten Inszenierung. Am auffälligsten ist die geniale Beleuchtung. Viele Szenen sind in ein kaltes blaues Licht getaucht, dazu verleiht Nebel (wo auch immer der her kommt) einen mysteriösen Touch. Einige Szenen sind mit rotem und/oder grünem Licht eingefärbt, was wiederum an alte Dario Argento Filme erinnert. Viele Szenen sind sehr dunkel, trotzdem erkennt man alles sehr gut. Generell sieht der Film einfach sau gut und professionell aus und hat nicht so einen billigen Look wie viele andere Independent Filme. Die Musik verstärkt den Eindruck noch. Sie ist für sich betrachtet nicht besonders herausragend, untermalt die Szenen aber mit düsterer, typischer Horrormusik perfekt.

Auch bei den Schauspielerinnen und Schauspielern beweist David Brückner wie immer ein glückliches Händchen. Zwar sind diese größtenteils unbekannt, aber sie sind allesamt sehr talentiert. Besonders Kiana Klysch in der Rolle der Emma sieht nicht nur umwerfend aus, sondern spielt auch den Rest des Casts an die Wand. Besonders hervorzuheben ist auch die klare Aussprache und generell die Tonqualität des Films. Dass alle Figuren sauber sprechen und man neben der Musik und den Geräuschen auch die Stimmen sehr gut versteht, ist nicht selbstverständlich, nicht mal zwangsläufig in professionellen Projekten.

Wie immer in David Brückners Filmen spielt auch Humor eine Rolle. Für ein paar Lacher sorgen typische Horrorklischees oder auch Davis Schulz mit einem witzigen Dialog darüber ob Dämonen oder Werwölfe gefährlicher sind. Dies lockert den Film auf, ohne ihn lächerlich zu machen, und verstärkt damit den Horroreffekt der gruseligen und stimmungsvoll inszenierten Szenen umso mehr.

Daneben bietet der Film noch einen gruseligen Killer. Die Ledermaske des Wolfs sieht gut aus, seine Krallenhand erinnert sicherlich nicht zufällig an Freddy Krüger. Und er geht überaus brutal zur Sache. Für das „ab 16“ der Uncut Fassung spritzt das Blut wirklich reichlich und man kann einige gut gemachte Kills bestaunen. Da hatte die FSK wohl einen guten Tag. Realisiert wurden die Effekte von Phillip Rathgeber, der früher mit Olaf Ittenbach zusammen gearbeitet und von ihm offensichtlich einiges gelernt hat.

Der Film wird voraussichtlich am 25.02.2021 auf DVD, BD und VOD veröffentlicht.

Fazit: David Brückner und sein Team der Ghost Pictures haben es wieder geschafft einen äußerst effektiven und sehr unterhaltsamen Horrorfilm zu machen. Großartig!

Filminfo:
OT: Der Wolf; Deutschland 2021; Regie: David Brückner; Darsteller: Kiana Klysch, Robin Czerny, Wolfgang Riehm, Marta Shkop, …

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Bildquelle und (c) Daniel Dornhöfer / David Brückner / Ghost Pictures

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