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[Review] Elysium

In einer nicht weit entfernten Zukunft: die Erde ist hoffnungslos überbevölkert, die Großstädte sind zerstört, es herrscht Armut, Krankheit und Verbrechen. Die Reichen haben sich in ihre eigene Stadt oberhalb der Erde zurückgezogen, die künstliche schwebende Himmelsstadt Zalem, und leben dort im Überfluss. Natürlich wollen sie ihren Wohlstand aber nicht mit der armen Erdenbevölkerung teilen und lassen niemanden hinein…

Soweit die Rahmenhandlung des Manga/Anime „Battle Angel Alita“. Der Film um den es in diesem Review geht hat genau die gleiche Geschichte, nur dass Zalem hier Elysium heißt und eine Weltraumstation ist. Auch spielt kein Cyborgmädchen die Hauptrolle, sondern Max (Matt Damon) der mit einem Exoskellet ausgerüstet einen gefährlichen Auftrag erledigen soll. Als Belohnung winkt ihm eine Freikarte nach Elysium. Die Handlung ist also nicht exakt die gleiche wie in Battle Angel Alita, die Hintergrundgeschichte ist aber schon davon abgeschaut, das ist unverkennbar. Das ist erst mal überhaupt nichts schlimmes (lieber gut kopiert als schlecht selbst ausgedacht), es ist nur sehr interessant welchen Einfluss mittlerweile Animes auf die westliche Filmlandschaft ausüben. Und bei Neill Blomkamps nächstem Film Chappie ist der Anime-Einfluss ja auch nicht zu übersehen.

Nachdem Neill Blomkamp mit seinem Erstling „District 9“ ein wahnsinnig gutes Science-Fiction-Drama hingelegt hat, das trotz geringem Budget auch noch toll aussah, bekam er für Elysium wohl die Chance in Hollywood einen richtigen Blockbuster mit viel Geld und großen Schauspielern zu drehen. Leider scheint sich der Einfluss von Hollywood negativ ausgewirkt zu haben. Davon mal abgesehen das rein optisch natürlich alles viel größer und bombastischer ist, wirkt der Film sehr brav und klischeebeladen. Zum Beispiel ist der Bösewicht Kruger (sehr toll gespielt von Sharlto Copley) so böse, er entführt sogar Kinder die Loikämie im Endstadium haben! Der Held Max ist lieb und nett, seine kleinen Fehler machen ihn nur sympathischer. Sozialkritik gibt es wie in den anderen Filmen von Blomkamp auch, die wird einem hier aber mehr so mit dem Holzhammer eingeprügelt. So wird es dem Zuschauer schön einfach gemacht, Gute hier, Böse da. Man kann schön sein Gehirn neben sich legen und die Explosionen und die doch ziemlich gute und spannende Handlung verfolgen. Das Happy End dann rührt sogar die Oma zu Tränen, wenn sie nicht bei den explodierenden Köpfen schon vorher einen Herzkasper erlitten hat.

Es wirkt so als hätten die Produzenten hier doch einen großen Einfluss spielen lassen um den Film massentauglicher zu machen. Ob das so ist, weiß ich nicht. Der Film ist immer noch ziemlich gut aber meilenweit von „District 9“ und „Chappie“ entfernt.

Fazit: Ziemlich guter Science-Fiction Film mit im Ansatz kreativen Ideen, aber einmal von Hollywood durchgekaut und ausgeschissen.

Filminfo:
OT: Elysium; USA 2013; Regie: Neill Blomkamp; Darsteller: Matt Damon, Jodie Foster, William Fichtner, Sharlto Copley, …

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