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[Review] Ghost in the Shell: The New Movie

OT: Kôkaku kidôtai: Shin gekijô-ban; Japan 2015; Regie: Kazuchika Kise, Kazuya Nomura

Ghost in the Shell: The New Movie ist der neueste große Kinofilm aus der langen und erfolgreichen Reihe die 1990 mit dem Manga von Masamune Shirow begann und 1995 mit dem sensationellen Anime die Welt der Science-Fiction Filme veränderte.
Man könnte den Film für sich betrachten und ohne Vorkenntnisse schauen, da er vor dem Manga und der alten Verfilmung spielt, allerdings sollte man ihn in Zusammenhang mit der Ghost in the Shell: Arise Miniserie sehen, denn davon ist er die direkte Fortsetzung.

So oder so wird man aber beim ersten ansehen nicht alles der komplizierten Geschichte mit ihren vielschichtigen Charakteren, politischen Angelegenheiten und kriminiellen Machenschaften verstehen.

Darum geht es grob: in einer Botschaft haben Soldaten Geiseln genommen, die Einheit von Motoko Kusanagi eilt zu Hilfe. Sie können die Situation schnell unter Kontrolle bringen doch auf einmal eröffnen die Geiseln das Feuer auf die Soldaten! Scheinbar wurden sie mit dem Fire Starter Virus (bekannt aus den Arise Filmen) infiziert, der Gehirne hacken und falsche Erinnerungen implantieren kann.
Parallel dazu gibt es noch einen Bombenanschlag auf den Premierminister, bei dem auch der Fire Starter Virus involviert ist und es gibt einen Cyborg der exakt den gleichen Körper wie Motoko Kusanagi hat und den Virus verbreitet…

Abgesehen von der komplexen Geschichte erfahren wir noch einiges aus Motokos Kindheit und in diesem Zusammenhang ist noch ein anderes Thema in den Film verstrickt: die Vergänglichkeit des menschlichen Körpers wird auf die Roboterwelt übertragen. Motoko ist nämlich seit ihrer Geburt ein Vollcyborg und ihr Körper ist einer der wenigen die upgradefähig sind (somit hatte sie im Laufe ihres Lebens immer größere Körper bekommen die ihrem Alter entsprechen). Die Wirtschaft hat aber Interesse daran dass Cyberkörper nicht upgradefähig sind und sie statt dessen häufiger neue Körper verkaufen können…

Es steckt also viel Politik, Philosophie und Gesellschaftskritik im Film. Die Action kommt natürlich auch nicht zu kurz und so sehen wir brachiale Schießereien und Schlägerein zwischen übermenschlich starken Cyborgs, bei denen öfters mal Gebäude zu Bruch gehen.

Also alles beim Alten, alles genau so wie man es von Ghost in the Shell kennt und liebt. Und hier liegt der Hund begraben: der Film ist an sich sehr gut, keine Frage. Nur als direkte Fortsetzung von Arise hat man etwas größeres erwartet. Einen krönenden sensationellen Abschluss sozusagen.
Statt dessen haben die Arise Filme schon so viele interessante neue Elemente hinzugefügt und dabei so spannende typische GitS Geschichten geliefert, dass man von dem neuen Film einfach nicht mehr sonderlich überrascht ist.
Auch die sehr hohe Qualität was Zeichnungen, Animation, Musik und natürlich auch Schnitt und so weiter angeht, kennt man so schon aus Arise. Der Film kann hier keinen drauf setzen sondern bietet „nur“ die gleiche, herausragende Qualität. Ja, das nennt man wohl Jammern auf hohem Niveau.

Noch eine interessante Sache am Rande: wer dachte auch Animes würden heutzutage komplett am Computer entstehen, der wird durch das Making Of (und die Making Ofs zu Arise) eines besseren belehrt: die Figuren werden tatsächlich in ihren einzelnen Animationsphasen handgezeichnet. Mit Stift. Auf Papier. Klar werden die Blätter dann eingscannt und am Computer koloriert, Hintergründe und Fahrzeuge entstehen auch am Rechner. Aber. Respekt! Kein Wunder dass Animes so wunderschön aussehen, jedes Einzelbild ist ein Kunstwerk!

Fazit: Sehr guter Film, schöne Ergänzung zum Ghost in the Shell Universum aber nicht so sensationell wie erhofft.

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