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[Review] Creepy Hide and Seek

OT: Hitori kakurenbo: Yomigaeri asobi; Japan 2016; Regie: Kaoru Adachi; Darsteller: Ayane Suzukawa, Runa Amemiya, Akari Misaki, …

„Creepy Hide and Seek“ von Kaoru Adachi ist ein waschechter japanischer Horrorfilm. Einer der richtig gruseligen Sorte, der seine unheimliche Atmosphäre ganz langsam und gemächlich, dadurch aber umso effektiver, aufbaut. Ein Film der sehr klassisch anmutet, da er so unaufgeregt daherkommt. Ein Film der auf der einen Seite typisch japanisch aber trotzdem ganz anders ist. Ein Film der sich auf die Stärken des Mediums Film besinnt: Bild und Ton.

Die Geschichte ist dabei eher nebensächlich: 3 junge Frauen treffen sich in einem verlassenen Haus um ein okkultes Ritual auszuprobieren von dem sie im Internet gehört haben. Angeblich kann man in dem ehemaligen Sanatorium Geister beschwören. Um das Haus wieder lebend zu verlassen soll man sich exakt an das Ritual halten. Als eine der drei Frauen merkwürdige Geräusche hört, bricht sie das Ritual ab. Damit ist das Unglück besiegelt.

Wie gesagt, die Story gewinnt keinen Innovationspreis. Es gibt keine großen Überraschungen oder Wendungen. Sie werden vom Geist verfolgt und versuchen aus dem Haus zu entkommen. Die Story erinnert vielmehr an eine Gruselgeschichte die man sich am Lagerfeuer erzählt: eigentlich abwegig aber aufgrund der Atmosphäre dann eben doch gruselig.

Und das ist wie schon gesagt die große Stärke dieses besonderen Films. Die Bilder und die Musik erzeugen echte gruselige Horroratmosphäre, wenn man sich darauf einlässt. Das alte verfallene Haus, spärlich beleuchtet, erinnert an das Spiel Resident Evil 1, insbesondere auch dadurch dass fast jede Szene aus einer festen Perspektive gezeigt wird. Die Kamera bewegt sich fast nie. Das ist ein erfrischend oldschooliges Filmerlebnis, heutzutage muss die Kamera ja immer nervös herum zucken, selbst wenn sich nur zwei Leute unterhalten. Dieser Mut zur Unaufgeregtheit wird auch deutlich in einer Szene zu Beginn des Film in dem ein Internet Chat dargestellt wird. Minutenlang sehen wir nur weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund (oder besser gesagt japanische Schriftzeichen mit deutschen Untertiteln). Aufgrund der Musik und dem Inhalt des Chats ist die Szene trotzdem spannend.

Und da wären wir bei der genialen Musik. Diese ist wie die Bilder des Films unaufgeregt, minimalistisch, dafür aber sehr atmosphärisch und gruselig. Es ist keine klassische Musik mit Streichern und dergleichen, sondern Synthesizer Musik. Teilweise ist sie auch experimentell, zum Beispiel während dem Chat klingt sie wie ein altes Videospiel aus den 80ern. Ebenso ist die Soundgestaltung gelungen. Geräusche, wie tropfendes Wasser, schallen eindringlich als würde man sich in einem Alptraum befinden.

Der Regisseur Kaoru Adachi ist Mitgründer des japanischen Labels Mad Video und produzierte schon Filme wie „Guinea Pig: Slaughter Special“ und „Gesichter des Todes IV“, außerdem hat er verschiedene Pornos gedreht. Eine Pornodarstellerin war es auch die ihn gefragt hatte, ob er nicht mal einen Horrorfilm mit ihr drehen kann, was ihn auf die Idee für „Creepy Hide and Seek“ brachte. Die Schauspielerinnen im Film sind vielleicht nicht die besten, machen aber ihre Sache auf jeden Fall gut.

Der Film erinnert von der Stimmung her durchaus an die Guinea Pig Filme, ist allerdings nicht so brutal. Ein paar Splattereffekte und einige Liter Blut gibt es aber durchaus zu bewundern.

Die Sammleredition von Midori Impuls, in drei verschiedenen limitierten Covervarianten, ist wie immer sehr schön gelungen und mit einem informativen Booklet ausgestattet. Dass der Film nur auf DVD vorliegt ist schade, aber nicht so schlimm. Als Extras befinden sich noch Trailer und „Das Ritual“ auf der Scheibe. Dabei handelt es sich um den kompletten Film im Film (ca. 26 Minuten), von dem die Frauen im Film erzählen, in dem ein Mädchen beim durchführen des Rituals gezeigt wird. Ebenfalls sehr gruselig!

Fazit: Ähnlich gruselig wie „Ring“, ähnlich morbide Atmosphäre wie „Guinea Pig“. Für Freunde von japanischen Horrorfilmen ein Muss!

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