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[Review] Rampage 2

OT: Rampage: Capital Punishment; Kanada 2014; Regie: Uwe Boll; Darsteller: Brendan Fletcher, Uwe Boll, Bruce Blain, Dan Zachary, John Sampson, Mike Dopud, Michaela Ross, …

Mit Rampage gelang dem oft kritisierten Dr. Uwe Boll ein kleines fieses Meisterwerk von einem Film. Brendan Fletcher als Hauptdarsteller spielte dabei sehr überzeugend einen jugendlichen Amokläufer der in seiner Kleinstadt mit Waffen und Bomben über hundert Menschen getötet hat und durch sorgfältige Vorbereitung danach unbemerkt flüchten konnte. Was soll man nun also von einem zweiten Teil erwarten? Einen lauen Aufguss? Bill läuft einfach nochmal Amok?

Diese Bedenken hatte laut Boll auch zunächst der Hauptdarsteller und wollte bei Teil 2 nicht mit machen. Als Boll ihm aber erzählte in welche Richtung Teil 2 gehen soll, war Brendan Fletcher wieder mit an Bord und entwickelte mit dem Regisseur zusammen auch das Drehbuch. Während in Teil 1 die Figur des Bill außer Frust und Langeweile keinen besonderen Grund für seinen Amoklauf hatte, versucht er in Teil 2 mit Gewalt eine politische Message zu verbreiten. Aus ihm wird sozusagen ein Ein-Mann-Terrorist.

Gefrustet von der Politik der US-Amerikanischen Regierung (Waffenrecht, NSA-Totalüberwachung usw.) kapert Bill eine Fernsehstation, nimmt die Mitarbeiter als Geisel und versucht sie dazu zu zwingen ein von ihm angefertigtes Video landesweit auszustrahlen sowie anschließend mit ihm darüber ein Interview zu führen. Die Polizei versucht ihn natürlich irgendwie daran zu hindern und die Geiseln zu befreien.

Brendan Fletcher allein trägt schon den ganzen Film. Er spielt die Rolle des kaltblütigen Psychopathen wieder perfekt. Seine Beweggründe sind ja sogar nachvollziehbar aber sein rabiates Vorgehen bei dem er wieder wahllos Unschuldige erschießt um seine Ziele zu erreichen, lässt ihn dann doch nicht zur Sympathiefigur werden. Spannend ist der Film bis zum Schluss weil man einfach wissen will ob er mit seinem wahnsinnigen Vorhaben durchkommt. Die Inszenierung ist wie im ersten Teil ziemlich einzigartig: die Dialoge scheinen wieder größtenteils improvisiert zu sein, die Kamera ist immer dicht an den Akteuren als würde jemand heimlich das Ganze mitfilmen. Dadurch wirkt der ganze Film beängstigend realistisch.

Negativ anzumerken ist, das außer dem Hauptdarsteller nicht wirklich talentierte Schauspieler am Werk beteiligt sind. Besonders Uwe Boll selbst in einer Nebenrolle sticht mit hölzernem Spiel und schlechtem Englisch hervor 😉 Nunja, darüber kann man aber hinwegsehen, der Rest des Films ist gelungen.

Fazit: Ein radikaler und kompromissloser Film mit einer politischen Botschaft – wirklich klasse Dr. Boll!

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