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[Review] Inside (Remake)

Neben Martyrs betritt ein weiteres Remake eines noch recht jungen Films aus der „neuen französischen Terrorwelle“ den Ring. Das Original von Alexandre Bustillo und Julien Maury ist zum einen ein großartiger, spannender Home-Invasion-Thriller, wurde allerdings auf Grund seiner drastischen Gewalt gegen eine schwangere Frau selbst in Horrorfilmkreisen kontrovers diskutiert. So schrieb die Deadline damals (Ausgabe 2/2008, S. 118): „Warum überhaupt ein solcher Film gedreht wird, der sämtliche Konventionen über Bord wirft und die Gewaltschraube bis zur Überdehnung anzieht, bleibt auch uns als Gorehounds der ersten Stunde […] wahrlich versperrt.“. In Deutschland wurde wiederum sogar die gekürzte Version des Film beschlagnahmt!

Und das Remake? Allgemein gesagt ist ein Remake von „Inside“ ungefähr genau so überflüssig wie von „Martyrs“. Oder macht das Remake doch ein paar Sachen anders und kann das Original sinnvoll ergänzen? Einen großen Unterschied kann man sofort erahnen: das Remake ist in Deutschland ungekürzt ab 16 Jahren freigegeben. Es wäre also absolut unlogisch wenn es auch nur im entferntesten so brutal wäre wie das Original aber auf diesen Punkt gehe ich noch weiter unten ein.

Während man dem Original ansieht, dass es mehr ein Low Budget Film ist, sieht das Remake sehr viel hochwertiger aus. Das kann man positiv oder negativ sehen, das Original wirkte dadurch roher, was auch die brutale Handlung unterstreicht. Das Remake ist übrigens eine Koproduktion von Spanien und USA mit einem spanischen Regisseur. Hochwertige Genre-Filme ist man aus Spanien ja durchaus gewöhnt, so verwundert es nicht, dass auch dieser Film sehr professionell gemacht ist.

Die Schauspieler sind mindestens genau so gut wie im Original, hier gibt es keinen Grund zur Beschwerde. Ein wenig fällt der Film allerdings beim Spannungsaufbau ab. Die Handlung ist zwar im Grunde die Gleiche aber irgendwie fehlt es an dramatischer Musik. Dafür bietet das Remake ein paar neue Ideen die für Spannung sorgen, zum Beispiel die Sache mit dem Hörgerät des Opfers. So hört das Opfer (und der Zuschauer) in bestimmten Situationen nicht, was im Haus vor sich geht.

Und nun noch zum Gewaltgrad: der Film enthält einige sehr grausame Szenen aber diese sind absichtlich nicht sehr explizit dargestellt. Insbesondere das blutige Finale aus dem Original kommt hier gar nicht vor. Das passt gut zur Tatsache, dass der Film rein äußerlich hochwertiger gemacht ist. Er ist damit für ein breiteres Publikum geeignet und das sehe ich in diesem Fall nicht so negativ wie beim Martyrs Remake. Denn das Original ist mit seiner etwas billigen und expliziten Art für die Hardcore-Splatterfans (wie mich) sicher die bessere Wahl, aber nicht unbedingt für einen Fernsehabend mit Mutti geeignet. Man hat hier mit dem Remake eine sagen wir mal seriösere Version geschaffen die mit guten Einfällen und toller Umsetzung punktet und deshalb durchaus ihre Berechtigung hat.

Fazit: Hochwertigere und harmlosere Version der gleichen spannenden Geschichte. Nicht besser als das Original aber anders. Horrorfans haben beides im Regel stehen.

Filminfo:
OT: Inside; Spanien/USA 2016; Regie: Miguel Ángel Vivas; Darsteller: Rachel Nichols, Laura Harring, Andrea Tivadar, …

Die Rechte aller verwendeter Bilder (Filmplakate, Cover, Screenshots) liegen bei den jeweiligen Filmmachern/Publishern und werden von dieser Seite als Bildzitat verwendet um das Review zu untermauern.
https://ssl.ofdb.de/film/292604,Inside https://www.imdb.com/title/tt5170810/

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