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[Festivalbericht] Weekend of Fear 2019

Auf zwei Sachen kann man sich beim Weekend of Fear verlassen: zum einen, dass die Filmauswahl spitze ist, zum anderen, dass der Zeitplan garantiert *nicht* eingehalten wird. Gut, dass ein zwei Stunden Film + Kurzfilm + Q&A mit dem Regisseur + 30 Minuten Pause nicht ganz in einen 2h Slot passt, hätte man sich auch vorher denken können. Aber für diese kleinen Unzulänglichkeiten lieben wir die sympathischen Organisatoren Mike, Zottel, Elmar, Lisa und wie sie alle heißen umso mehr! Da schauen wir doch auch gerne mal den letzten Film auf katalanisch ohne Untertitel, der freundliche David Ghane ist ja zum Glück zur Stelle um die wichtigsten Eckpunkte der Handlung zu erklären.

Doch zurück zum Anfang. Am Freitag den 03.05.2019 startete die Sause pünktlich 18 Uhr, wobei sich Besucher und Macher bereits vorher im Foyer des Kinos vom E-Werk Erlangen trafen, wo Mario von MTM bereits seinen Film-Verkaufsstand von seinem Azubi aufbauen ließ. Nach der Begrüßung durch die Organisatoren ging es los mit einem unappetitlichen Kurzfilm aus Griechenland, bevor es mit einem ziemlich blutigen Horrorthriller aus den USA weiter ging. Dass alle Beiträge sehr blutig waren, ist aber überflüssig zu erwähnen. Neben blutigen Actionfilmen und blutigen Horrorfilmen aller erdenklicher Subgenres und aus allen Herrgottsländern, zum Beispiel Indonesien, Argentinien, Großbritannien und den USA aber auch exotischen Ländern wie Deutschland, gab es auch wieder eine exklusive Aufzeichnung von Jörg Buttgereits aktuellem Theaterstück „Im Studio hört dich niemand schreien“, zu der der Regisseur wieder anwesend war und Interessantes zu berichten hatte.
Timo Rose stellte zusammen mit den Darstellern Anthony Straeger und Nils Henftling als Premiere sein um Jahre verzögertes Remake des US-Klassikers „Corpse Grinders“ vor, leider in einer noch nicht ganz finalen Version, was man dem Film auch angesehen hat. Mit etwas Feinschliff beim Schnitt und Ton kann aber noch ein richtig guter Film daraus werden. Bis jetzt ist er schon mal ein splatteriger Augenschmaus, der in Deutschland auf Garantie keine Freigabe erhalten wird.
Das Beste kommt aber zum Schluss und so war das Highlight am Eröffnungstag nachts um zwei „Ten: The Secret Mission“ in dem zehn indonesische Topmodels, die zufällig auch Karate können, einen Haufen Geiseln aus der Hand von Terroristen befreien müssen. Action Nonstop, fast wie in „The Raid“, dafür noch wesentlich blutiger und mit hübscheren Darstellern.

Am Samstag den 04.05.2019 fiel das traditionelle Weekend of Beer ein wenig ins Wasser und musste auf Grund akutem Sonnenscheinmangels aus dem Biergarten in den Innenbereich verlegt werden. Aber ich denke mal die Anwesenden hatten trotzdem ihren Spaß.
Um 16 Uhr gab es eine Komik-Lesung zu Jörg Buttgereits Superheld Captain Berlin, der auf der Suche nach einer selten Ausgabe eines Comicheftes war, in dem verraten wird, wie man die Nazis endgültig besiegen kann. Während Buttgereit selbst die Hauptrolle übernahm, wurden die anderen Sprechrollen an das Publikum verteilt. Auf der großen Leinwand gab es die einzelnen Panels zu sehen, zu denen die Sprecher ihre Texte lasen. Ein großer Spaß für alle Anwesenden und eine interessante Möglichkeit ein Bilderheft vorzustellen!
Im Anschluss stellte Produzentin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin Jessica Galinger zusammen mit Uwe Choroba ihren Knast-Action Kurzfilm „Trakt X“ vor, der das Publikum ziemlich überzeugen konnte.
Danach wurde es sentimental mit „Secrecy“, dem letzten Film mit dem großartigen und leider verstorbenen Mika Metz. RIP.
Als nächstes verzauberte der argentinische Neo-Giallo „Abrakadabra“ das Publikum. Anschließend kam eines der Highlights: Darren Ward war zusammen mit den Darstellern Nick Roberts und Anthony Straeger aus England angereist um persönlich seinen neuen Film als Weltpremiere vorzustellen: „Beyond Fury“, der Abschluss einer blutigen Actionfilmtrilogie, deren zweiter Teil bereits vor sieben Jahren auf dem Weekend of Fear den Preis als bester Langfilm einheimsen konnte.

Danach ließen die Veranstalter das Festival mit einiger Verspätung und zwei weiteren sehenswerten Kurz- und Langfilmen ausklingen.

Im Raum 2 lief während der ganzen Zeit ein alternatives Programm mit Klassikern aber auch etwas neuereren Filmen wie Atroz. Mit den anwesenden Stars konnte man wieder lustig plaudern oder sich Autogramme auf sämtliche Körperteile geben lassen. Übrigens war Moloch auch anwesend und erschreckte das Publikum in voller Schlächtermontur.

Ein weiteres wunderschönes Weekend of Fear ist zu Ende, ich bedanke mich bei allen Anwesenden und bestelle schon mal Karten und Hotel für nächstes Jahr vor. Noch ein Profitipp für Fortgeschrittene: um zwischen 6 und 14 Uhr wenigstens ein bisschen Schlaf zu kriegen, empfehle ich Ohrstöpsel und Schlafmaske.

Gute Nacht!

UPDATE:
Die Gewinner stehen fest:
Sieger in der Kategorie Langfilm:
mit einem Schnitt von 1,85: Alive
Platz 2: Beyond Fury (2,01)
Platz 3: Ten (2,15)

In der Kategorie Kurzfilm:
mit einem Schnitt von 2,01: Comme Tous Les Matins
Platz 2: Tomorrow I will be Dirt (2,13)
Platz 3: Helsinki Mansplainig (2,16)

Reviews zu allen Filmen folgen wie immer in den nächsten Tagen. Hier noch ein paar Impressionen:

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