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[Review] Family Demons

Die australische Regisseurin Ursula Dabrowsky ist vielleicht manchen ein Begriff durch ihren sehr gelungenen Horrorfilm Inner Demon, der auf dem 3. Obscura lief und dort den Publikumspreis für den besten Film bekommen hat. Ihr Erstlingswerk „Family Demons“ ist vielleicht noch nicht ganz so ausgereift und thematisch auch ein bisschen anders, aber ebenso gelungen.

Im Film geht es um die Jugendliche Billie, die von ihrer Alkoholiker Mutter misshandelt und zu Hause gefangen gehalten wird. Nachdem sie einmal heimlich die Wohnung verlassen hatte, lernt sie einen Jungen kennen, mit dem sie zusammen abhauen will. Wieder zu Hause wird sie aber von ihrer Mutter angekettet. Wird es ihr gelingen sich aus ihrem Gefängnis zu befreien?

Der Film beginnt als Familiendrama und wandelt sich immer mehr zum Horrorthriller. Tatsächlich werden die titelgebenden Familiendämonen als Geistererscheinungen dargestellt, wodurch der Film auch einen Touch von japanischen Geisterfilmen wie „Ring“ und „Ju-On: The Grudge“ hat. Ob die Geister aber echt sind oder vielmehr der Einbildung und der überlasteten Psyche der Figuren entspringen, bleibt der Fantasie der Zuschauer überlassen. Der Film ist aber sehr gruselig inszeniert, durch gut geschnittene und musikalisch perfekt mit typischer, klassischer Horrorfilmmusik unterlegte Spannungsszenen.

Die Schauspielerinnen und Schauspieler sind unbekannt und haben nicht gerade Hollywoodflair, sie machen aber ihre Sache ziemlich gut und überzeugen gerade dadurch, dass sie wie Leute von Nebenan wirken. Besonders die Hauptdarstellerin aber auch die Darstellerin ihrer Mutter sind sehr glaubhaft.

Die Story ist sehr spannend, gut durchdacht und kreativ, sie wirkt nicht wie schon tausendmal gesehen und kann ebenso mit einem überraschenden, logischen Twist und einem passenden Ende überzeugen. Zudem hat der Film mit knapp 80 Minuten genau die richtige Länge. Langeweile kommt jedenfalls nicht auf.

Eigentlich ist so ziemlich alles am Film perfekt, bis auf die Tatsache, dass man ihm sein geringes Budget sofort ansieht. Die etwas verwaschene Optik und die manchmal mangelhafte Ausleuchtung zeugen davon, dass es nur ein günstiger Independentfilm ist. Daran sollte man sich aber nicht stören. Wenn man sich darauf einlässt, dass er halt nicht wie ein Hollywoodfilm aussieht, bekommt man einen wirklich herausragenden Horrorthriller serviert.

Der Film ist auf DVD in den USA erschienen (dort auch als VOD) und leider nur auf englisch erhältlich, aber die Handlung ist leicht verständlich. Er kommt ohne lange Dialoge aus und ist sehr bildhaft, man könnte ihn auch auf japanisch schauen und würde alles wichtige verstehen.

Fazit: Bis auf die etwas billige Optik ein rundherum gelungener und ziemlich hervorstechender Horrorthriller!

Filminfo:
OT: Family Demons; Australien 2009; Regie: Ursula Dabrowsky; Darsteller: Cassandra Kane, Kerry Ann Reid, Alex Rafalowicz, …

Die Rechte aller verwendeter Bilder (Filmplakate, Cover, Screenshots) liegen bei den jeweiligen Filmmachern/Publishern und werden von dieser Seite als Bildzitat verwendet um das Review zu untermauern.
ofdb.de imdb.com

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