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[Review] Hannibal (TV Serie)

OT: Hannibal; USA 2013 – 2015; Regie: Guillermo Navarro, Michael Rymer, David Slade, Tim Hunter,…; Darsteller: Hugh Dancy, Mads Mikkelsen, Caroline Dhavernas, Hettienne Park, Laurence Fishburne

Auf der Romanreihe von Thomas Harris rund um den fiktiven Serienmörder Hannibal Lecter, die im Jahr 1981 mit dem Buch „Roter Drache“ begann, basierten schon einige Verfilmungen. Die berühmteste davon ist sicherlich „Das schweigen der Lämmer“ mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle.

Im Jahr 2013 erschien eine TV Serie basierend auf dem Stoff. Befürchtungen dass das Thema lediglich ausgeschlachtet wird und Hannibal nur mit seinem Namen herhalten muss um der Serie zu Einschaltquoten zu verhelfen kommen einem da spontan in den Sinn. Auf der anderen Seite wurden in den letzten Jahren sehr viele hochwertige TV Serien produziert, auch im Bereich Horror. Serien wie „The Walking Dead“ müssen sich von der Qualität her kaum hinter Kinoproduktionen verstecken.

Die Serie „Hannibal“ erzählt von den Geschehnissen vor „Roter Drache“. Hannibal ist hier noch als Psychotherapeut tätig und steht dem FBI beratend zur Seite. Von seinem Hang zum töten und verspeisen von Menschen ist der Außenwelt noch nichts bekannt. Die ersten Folgen erzählen von grausamen Mordfällen die im CSI Stil aufgelöst werden, Hannibal spielt nur eine Nebenrolle. Viel wichtiger ist dabei die Figur des Will Graham, ein psychisch äußerst angeschlagener Typ der die Fähigkeit hat sich in die Täter herein zu versetzen und so den Tathergang aufzuklären. Dies wird äußerst gut in Szene gesetzt, die Morde spielen sich in Pseudo-Rückblicken für den Zuschauer sichtbar ab.

Im Verlauf der Serie geht es aber immer mehr um Hannibal selbst, die Mordfälle der aktuellen Folge sind nur noch Rahmenhandlung und es wird eine zusammenhängende Geschichte erzählt. Das FBI jagt den „Chesapeake Ripper“ der seine Opfer grausam verstümmelt zurücklässt und meist ein paar Organe als Trophäe mitnimmt. Dass es sich dabei um Hannibal handelt weiß nur der Zuschauer. Und hier entsteht eine ungewöhnliche Situation die die Serie besonders macht. Es geht nicht darum wer nun der Mörder ist, das ist ja von Anfang an bekannt. Es geht darum wie und ob er es schafft seine Taten unentdeckt auszuführen. Hannibal ist dabei eine auf makabere Weise sympathische Figur. Er ist extrem intelligent, höflisch und lädt seine Freunde vom FBI gerne mal zum Essen ein. Dass seine 5-Sterne-Menüs aus Menschenfleisch hergestellt sind, weiß dabei wiederum nur der Zuschauer. Eine gewisse Situationskomik ist dabei nicht von der Hand zu weisen.

Sehr tragisch dagegen ist die Figur des Will Graham. Im Verlauf der Serie driftet seine Psyche immer mehr ab, er hat Alpträume von den Mordfällen die er aufklären muss und ist dabei dem wahren Täter, seinem Freund Hannibal Lecter, sehr nahe auf der Spur. Erst als es für ihn zu spät ist erkennt er alle Zusammenhänge.

Die Figur des Hannibal wird von dem Dänen Mads Mikkelsen schlichtweg genial verkörpert. Er ist extrem kalt, berechnend, hoch intelligent aber auch verspielt wenn er seinen Mitmenschen liebevoll zubereitete Kannibalen-Gerichte serviert. Mikkelsen spielt hier mal eben Anthony Hopkins mit Leichtigkeit an die Wand.

Generell muss man zu der Serie noch sagen dass sie wirklich sehr ruhig inszeniert ist. Das ist vielleicht nicht jedermans Geschmack. Statt Splatter bekommt man hier die grausam zugerichteten Leichen präsentiert, die meist in einer ästethischen Weise hergerichtet sind. Es gibt nahezu keine Action, der großteil der Serie besteht aus interessanten Dialogen, Psychoanalysen und Charakterentwicklung. Es herrscht eine allgegenwärtige düstere Stimmung, eine bedrohliche grausame Atmosphäre.

Sehr positiv zu erwähnen ist auch dass die Serie nicht den üblichen „Hollywood“ Strickmustern folgt. Es gibt keine schnulzigen Liebesgeschichten, keine einseitigen Figuren, kein einfaches Gut und Böse und kein Happy End in dem Sinne. The Walking Dead ist im Vergleich dazu nur eine Daily Soap mit Zombies.

Fazit: Die beste Horrorserie überhaupt und ein mehr als würdiger Vertreter des Hannibal Universums!

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Dieses Thema enthält 1 Antwort und 1 Teilnehmer. This post has been viewed 220 times Es wurde zuletzt aktualisiert von  FlediDon vor 2 Monate, 1 Woche. This post has been viewed 220 times

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    FlediDon
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    OT: Hannibal; TV Serie 13 Folgen (Staffel 2); USA 2014; Regie: Tim Hunter, Peter Medak, Vincenzo Natali, …; Darsteller: Hugh Dancy, Mads Mikkelsen, Caroline Dhavernas, Hettienne Park, Laurence Fishburne, …

    Staffel 2 der TV Adaption von Hannibal Lecters Vergangenheit vor den Geschehnissen der drei Kinofilme setzt genau da ein wo Staffel 1 aufgehört hat. Dass heißt Will Graham, psychologischer Berater des FBI und vermeintlicher Freund von Hannibal, ist in die Psychiatrie für Kriminelle eingewiesen, weil Hannibal dafür gesorgt hat, dass diverse Morde ihm zur Last gelegt werden. Da die Vorwürfe gegen ihn aber nicht gehalten werden können, wird er wieder entlassen. Er versucht nun Hannibal zu überführen, was sich als äußerst schwierig erweist, da ihm keiner glauben will…

    Was die Machart/Stimmung/Atmosphäre angeht ist die zweite Staffel genau wie die erste. Dass heißt: spannende Geschichte, pervers-kranke Mordfälle aber auch nicht allzuviel Action und viel Psycho-Gelaber. Wen das schon in der ersten Staffel gestört hat, der wird auch mit der zweiten nicht viel anfangen können. Wer sich allerdings darauf einlässt wird in die kranke Welt von Hannibal Lecter entführt. Wobei die Serie hauptsächlich vom genialen Schauspiel der beiden Hauptdarsteller Hugh Dancy als Will Graham und Mads Mikkelsen als Hannibal getragen wird. Schon den beiden zuzusehen rechtfertigt die Serie! Mads Mikkelsen ist dabei unglaublicherweise ein viel faszinierenderer Hannibal Lecter als es Anthony Hopkins je war. Die restlichen Schauspieler sind auch allesamt sehr gut (interessant ist auch die kleine Rolle von Gillian „Scully“ Anderson). Die Serie ist insgesamt auch in der zweiten Staffel wieder sehr hochwertig produziert.

    Schön ist dass die zweite Staffel Storytechnisch einen etwas anderen – und damit interessanteren – Weg einschlägt. Es steht nicht mehr ein Fall pro Folge im Mittelpunkt (auch wenn es den weiterhin gibt), sondern Hannibals Spiel alle in seiner Umgebung zu manipulieren. Am spannendsten ist dabei wie es mit Will Graham weitergeht, nachdem er in der ersten Staffel fast den Verstand verloren hat. Ist er so schlau wie Hannibal und kann sich seiner Manipulation entziehen? Oder wird er unter Hannibals Einfluss selbst zum Mörder?

    Spannend, Atmosphärisch und leckere Menschenfleischgerichte gibt es auch in jeder Folge zu bestaunen!

    Fazit: Ein kulinarischer Hochgenuss aber nicht jedermanns Geschmack.

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