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[Review] Censor

Beim 4. Obscura Filmfest Berlin lief der russische Action-Thriller „Censor“ als deutsche Premiere.

Der sehr hochwertig gemachte Film spielt in einer nahen Zukunft, in der die Behörde „Censor“ jagd auf illegale VR-Clubs macht. In diesen treffen sich Leute um VR Spiele zu spielen in denen virtuelle Tötungen auf realistische und sadistische Weise möglich sind.
Die beiden Hauptfiguren Alex und Stas, selbst leidenschaftliche VR Spieler, unterwandern im Auftrag von „Censor“ solche Clubs. Mit Hilfe von Implantaten wird dabei alles aufgenommen was sie im Spiel sehen, um eben nachzuweisen wie grausam diese sind. Dabei sind sie dazu angehalten selbst möglichst brutal vorzugehen.

So plätschert die erste Hälfte etwas vor sich hin. Alex und Stas nehmen an einem VR-Spiel nach dem anderen Teil, dabei wechseln die Szenarien. Brutale, gut inszenierte Action gibt es auf jeden Fall zu Genüge. Mal spielt das ganze im 1. Weltkrieg, mal in einem Unterschlupf von Terroristen. Die Szenen in den VR-Spielen sind dabei als ganz normale Real-Szenen umgesetzt, das heißt bis auf ein paar Anzeigen auf den Displays der Agenten ist nichts mit CGI visualisiert. Das wirkt zuerst ein bisschen plump, man hätte hier ein paar Computereffekte erwartet. Aber genau dieser Umstand spielt später noch eine wichtige Rolle.

Denn in der zweiten Hälfte wird es richtig interessant und auch spannend. Das Thema des Films geht immer mehr in die Richtung, dass die beiden Censor-Ermittler Realität und VR immer weniger unterscheiden können. Gleichzeitig kann der Zuschauer es auch nicht unterscheiden, da die VR-Szenen eben realistisch gedreht sind. Ein sehr schönes Verwirrspiel beginnt, und die Protagonisten gleiten immer mehr in den Wahnsinn ab.

Wie schon erwähnt ist das ganze recht hochwertig produziert. Mit stylischen Kamerafahrten und packender Musik wird die Action Hollywoodreif inszeniert. Nur die Zeitlupeneffekte sind vielleicht etwas zu häufig eingesetzt. Die Darsteller können auch überzeugen. Alles in allem toll anzusehen.

Was mich etwas gestört hat, ist die Aussage des Films, dass man eben von (VR-)Killerspielen tatsächlich wahnsinnig und selbst zum Killer werden könnte. Damit wäre dann die Zensur sowie das drastische Vorgehen der Behörde gerechtfertigt. Und das in Russland, wo es ja mit Zensur, Regulierung und Meinungsfreiheit nicht ganz so fortschrittlich zu geht. Daher wirkt die Aussage ein bisschen wie Propaganda. Kann man das aber ausblenden, wird man auf jeden Fall gut unterhalten.

Übrigens lief der Film auf dem Obscura in einer etwas gestraften 121 Minuten Version, im Original geht der Film nochmal ca. 12 Minuten länger. Von mir aus hätte in der ersten Hälfte ruhig noch etwas mehr gestrafft werden können.

Fazit: Gut gemachter und kreativer Action-Thriller aus Russland, der sich zwar in der ersten Hälfte etwas zieht, danach aber um so spannender wird. Die Aussage des ganzen ist etwas zweifelhaft.

Filminfo:
OT: Цензор; Russland 2017; Regie: Konstantin Shelepov; Darsteller: Stepan Beketov, Pavel Mihailov, Galina Sumina, …

Die Rechte aller verwendeter Bilder (Filmplakate, Cover, Screenshots) liegen bei den jeweiligen Filmmachern/Publishern und werden von dieser Seite als Bildzitat verwendet um das Review zu untermauern.
Bildquelle: https://www.imdb.com/title/tt4956160/mediaviewer/rm1883656192
ofdb.de imdb.com

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