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[Roman] Sein innerer Schmerz (Stefan Sierecki)

Diesmal geht es um einen weiteren Roman von Stefan Sierecki, der sich nicht nur als Regisseur (Hi8: Ressurectio), sondern auch als Romanautor (See des Schmerzes, Close) ganz dem Extrem-Horror im Stil eines Edward Lee verschrieben hat.

„Sein innerer Schmerz“, sein zweiter Roman, ist allerdings ein bisschen anders. Zwar gibt es auch hier wieder abartige Splatter und Sexszenen (und Mischungen aus beiden) aber der Fokus liegt doch mehr auf der Gefühlswelt der Hauptfigur Benny, wodurch sich der Roman etwas wie ein (unglückliches) Liebes-Drama mit Extrem-Horror-Elementen anfühlt.

Benny ist ein junger homosexueller Mann, der nach der Trennung von seinem langjährigen Freund verzweifelt nach neuer Liebe sucht. Doch er wird immer wieder nur enttäuscht, bis ihn sein innerer Schmerz aufzufressen droht. Er beginnt erst sich selbst zu verletzen, geht dann aber dazu über andere zu verletzen und zu töten, wodurch er sexuelle Befriedigung erfährt.

Die Entwicklung der Hauptfigur wirkt am Anfang etwas unglaubwürdig, da sie scheinbar sehr plötzlich kommt. Nur weil er von seinem Freund verlassen wurde dreht er gleich durch? Doch im Verlauf des Romans sind immer mehr Rückblicke eingebaut, die dieses Verhalten immer plausibler machen.

Außerdem gibt es noch eine übersinnliche Komponente (wie so oft im Extrem-Horror), die zum Verhalten von Benny beiträgt. Auch die übersinnliche Komponente wird erst am Ende des Romans erklärt und fügt sich erst dann richtig ein. Davon abgesehen ist dieser übersinnliche Teil dermaßen abartig und over the top, dass es doch am ehesten an die epischen Ausmaße des Hentaiklassikers Urotsukidoji erinnert. Sehr schön 😉

Der Autor selbst nennt dies seinen persönlichsten Roman, was nahe legt, dass die (unglückliche) Liebesgeschichte und die Verzweiflung vielleicht aus seiner eigenen Erfahrung sprechen. Die daraus resultierenden Morde hoffentlich nicht. Dieses Buch ist jedenfalls sein am besten geschriebenes, es lässt sich schön flüssig lesen und die Geschichte fügt sich am Ende sehr logisch zusammen. Dass der Fokus des Romans mehr auf der Liebesgeschichte liegt, ist etwas schade nach meinem Geschmack. Die Horrorszenen hauen dafür aber umso mehr rein.

Seine Bücher veröffentlicht Stefan Sierecki übrigens selbst, wer sich dafür interessiert sollte ihn einfach mal über Facebook anschreiben.

Fazit: Guter Extrem-Horror-Roman, der um eine unglückliche Liebesgeschichte gesponnen ist. Stefan Siereckis bisher bestes Buch!

Info:
OT: Sein innerer Schmerz; D 2016; Autor: Stefan Sierecki

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