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[Review] Lady of the Damned Forest

Wenn ein Horrorfilm damit beginnt, dass sich sechs Freunde im Wald treffen um eine lustige Wandertour zu machen und der Titel dazu noch „Damned Forest“ beinhaltet, denkt man, dass man schon genau weiß wie der Film ablaufen wird. Natürlich haben sie keinen Handyempfang und natürlich gibt es bald die erste Leiche. Denn die titelgebende Lady wurde vor über 100 Jahren in diesem Wald vergewaltigt und getötet und spukt seit dem herum um sich an allen Männern zu rächen.

Doch dann geht der Film erfreulicherweise eigene Wege. Die verfluchte Lady entführt die Freundin des einen Typen und dieser muss nun ein paar Prüfungen bestehen um zu beweisen, dass er sie wirklich liebt. Nur auf diese Weise kann er sie befreien. Kämpfe gegen Monster und die anderen Aufgaben bringen erfrischende Fantasy und Actionelemente in den Horrorfilm.

Inhaltlich ist das Ganze also interessant, äußerlich macht der Film zunächst auch eine gute Figur. Die Bilder sind stilsicher und ästhetisch inszeniert und zeigen schöne Landschaftsaufnahmen. Schnitt und Kamera sind sehr dynamisch. Die aufregende Musik untermalt die jeweiligen Szenen sehr passend und ist punktgenau eingesetzt. Einige optische Effekte (und auch die wenigen Splattereffekte) wurden am Computer umgesetzt und sehen für einen Independent Film wirklich klasse aus. Schließlich können auch die unbekannten Schauspieler ziemlich überzeugen. Soweit wirkt der Film sehr professionell.

Dieses Niveau kann der Film allerdings nicht halten. Im Verlauf des Films wird immer mehr überdramatisiert, zum Beispiel werden Zeitlupeneffekte und Unschärfen verschwenderisch eingesetzt, so dass sie bald nerven. Auch der Einsatz der Musik ist teilweise zu viel und lässt einige Szenen arg kitschig wirken. Ebenso sieht manches etwas lächerlich aus, zum Beispiel eine Szene in der die Lady CGI-Baumstämme durch die Luft wirft und der Protagonist in Zeitlupe und aus verschiedenen Kameraperspektiven ausweicht. Dann gibt es da noch diese Monster, die zwar zum Glück nicht mit CGI gemacht sind, dafür aber aussehen wie der Grüffelo und damit eher zum fremdschämen als zum fürchten einladen. Schließlich ist auch die Story bzw. die Prüfungen nicht so besonders spannend. Zumindest ist aber das Ende doch ziemlich gut gelungen und überraschend.

Der Film lief beim 4. Obscura Filmfest Berlin und wird auch nochmal am 14.11.2019 in Berlin in einer ca. 4 Minuten strafferen/kürzeren Version im Rahmen einiger Obscura Specials gezeigt.

Fazit: Viele gute und kreative Ansätze, insgesamt aber eher durchwachsen. Ein Blick lohnt sich trotzdem.

Filminfo:
OT: La Dama del bosque maldito; Spanien 2017; Regie: George Karja; Darsteller: Bea Urzaiz, Giselle Carrera, George Karja, …

Die Rechte aller verwendeter Bilder (Filmplakate, Cover, Screenshots) liegen bei den jeweiligen Filmmachern/Publishern und werden von dieser Seite als Bildzitat verwendet um das Review zu untermauern.
Bildquelle: https://www.imdb.com/title/tt1837683/mediaviewer/rm2241161984
ofdb.de imdb.com

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