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[Review] The House at the Edge of the Park

Ruggero Deodato drehte im Jahr 1980, kurz nach den Dreharbeiten zu seinem legendären „Cannibal Holocaust“, diesen Film. Der deutsche Titel „Der Schlitzer“ lässt eher an einen Serienkillerfilm oder vielleicht sogar Giallo denken, was aber ein Trugschluss ist. Vielmehr besteht eine Ähnlichkeit zu Wes Cravens „Last House on the left“. Das wird schon am ähnlich klingenden Titel deutlich aber auch am Hauptdarsteller und Antihelden David Hess, der hier wie dort einen vergewaltigenden und mordenden Psychopathen spielt. „The House at the Edge of the Park“ vermischt Elemente aus Rape and Revenge sowie Home Invasion zu einer ziemlich brutalen Mischung.

Gleich am Anfang wird Alex (David Hess) eingeführt und unmissverständlich gezeigt, dass er der Bösewicht ist. So drängt er mit seinem Auto eine junge Frau von der Straße um sie anschließend in ihrem Auto zu vergewaltigen und dabei zu erwürgen. Als perverses Sahnehäubchen läuft dazu ein sanftes Lied namens „Sweetly“ das man im Film noch öfter zu hören bekommt. Als Trophäe nimmt Alex der ermordeten Frau die Halskette ab und trägt diese von nun an stolz. Einige Zeit später tauchen ein paar junge, reiche Schnösel in seiner Werkstatt auf und bitten ihn um Hilfe bei einer Autopanne. Nach einigem Hin und Her werden Alex und sein Kumpel Ricky zu den Reichen auf eine Party eingeladen. Dort kommt es schnell zu Spannungen zwischen der Oberschicht und der Unterschicht die schließlich in Gewalt ausartet.

Wie sich die Lage immer weiter zuspitzt und eskaliert ist durchaus spannend dargestellt. Der Film ist hochwertig inszeniert und die beiden bösen Hauptdarsteller können in ihren Rollen überzeugen. Weniger übezeugen können die „Opfer“. Im Grunde sind es alles überhebliche Arschlöcher, mit denen sich der Zuschauer nicht identifizieren kann. Es ist einem deswegen quasi egal ob sie nun abgeschlachtet werden, man fühlt nicht mit ihnen mit. Dagegen sind die Psychopathen schon eher bedauernswerte Figuren. Aber natürlich funktionieren vergewaltigende Killer auch nicht als Identifikationsfiguren. Die Opfer verhalten sich zudem sehr merkwürdig, sie schauen oft unbeteiligt, man nimmt ihnen nicht ab dass sie Angst und Panik vor den Killern haben.

Am Ende gibt es dann einen Plottwist der rückblickend das merkwürdige Verhalten der Opfer teilweise erklärt. Es bleiben aber viele Logiklöcher vorhanden. Das sowohl Täter als auch Opfer sehr unsympathisch dargestellt werden, war sicher Absicht des Regisseurs. Der Film scheint auszusagen dass alle Menschen, egal aus welcher Gesellschaftsschicht, brutale Psychopathen sein können. Der Film ist als Studie über Gewalt und die Abgründe der menschlichen Psyche durchaus sehr interessant. Aufgrund seiner nicht sehr zahlreichen aber sehr krassen, meist sexualisierten, Gewaltszenen sorgte der Film zudem weltweit für Zensurbemühungen und Diskussionen über frauenfeindliche Darstellungen.

Als Unterhaltungsfilm ist das Werk aber nicht geeignet, dafür mangelt es an innerer Logik und einer sinnvollen Spannungskurve. Wiederum kennt man verschiedene Elemente schon so ähnlich aus anderen Filmen. Das Werk ist eher filmhistorisch interessant als ein wirklich empfehlenswerter Film zu sein.

Fazit: Ziemlich gut gemachte und krasse Mischung aus Rape And Revenge und Home Invasion, der es aber an Logik und Spannung mangelt.

Filminfo:
OT: La Casa sperduta nel parco; Italien 1980; Regie: Ruggero Deodato; Darsteller: David Hess, Giovanni Lombardo Radice,
Annie Belle, …

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Bildquelle: https://www.imdb.com/title/tt0080503/mediaviewer/rm3851159552
ofdb.de imdb.com

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