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[Review] Obsession

Der etwa 24 minütige Kurzfilm „Obsession“ von René Wiesner (Das Wundern des jungen Ulysses, Addio Uomo), sticht ein bisschen aus den bisherigen Werken des Ausnahmeregisseurs heraus, da es sich hierbei diesmal nicht um eine Untergrunddokumentation handelt.

Vielmehr handelt der Film von einem Mann (dargestellt von Jörg Wischnauski, der bereits in René Wiesners Konversion zu sehen war), der ein fanatischer Fan des Schauspielers Kurt Raab ist. Der reale und bereits verstorbene Schauspieler Kurt Raab ist bekannt für Werke wie „Warum läuft Herr R. Amok?“ von Rainer Werner Fassbinder oder Ulli Lommels „Die Zärtlichkeit der Wölfe“. Die Obsession des Mannes für Kurt Raab ist geradezu krankhaft und nimmt im Laufe des Films immer extremere Formen an. Beispielsweise schändet er das Grab des Schauspielers und missbraucht dessen sterbliche Überreste für verschiedene … ungewöhnliche Dinge.

Der Film ist wie gesagt diesmal keine Dokumentation, seinem Stil bleibt der Regisseur aber treu: es gibt kein gesprochenes Wort (außer in den Filmausschnitten), die Handkamera fängt beobachtend das Geschehen ein, stimmungsvolle Musik unterstreicht die Dramatik. Audio-visuell ist es quasi eine Pseudo-Doku. A propos Musik: diese stammt wie bei den meisten Filmen René Wiesners von Stephan Ortlepp (Musica Non Grata), der hier wieder fantastische Arbeit abliefert. Die wie immer atmosphärischen und experimentellen Klänge sind hier noch angereichert mit verfremdeten Dialogen aus den Filmen von Kurt Raab. Sehr passend.

Der Film wird leider nicht regulär veröffentlicht werden, sondern nur auf Festivals zu sehen sein. Grund sind zum einen die doch recht extremen Inhalte, die teilweise ins pronografische gehen, zum anderen zahlreiche Ausschnitte in Bild und Ton aus den Werken von Kurt Raab die als DVD Veröffentlichung eventuell urheberrechtliche Probleme bereiten würden. Wer also die Gelegenheit hat „Obsession“ bei einem Filmfestival zu sehen, sollte diese unbedingt nutzen. Teile des Films will René Wiesner aber in seinem geplanten Film „Warum läuft Herr W. Amok?“ verwenden.

Fazit: Diesmal keine Doku, dafür ein sehr krankes und atmosphärisches Tribut an Kurt Raab. Sehenswert!

Filminfo:
OT: Obsession; Deutschland 2021; Regie: René Wiesner; Darsteller: Jörg Wischnauski

Bildquelle und -copyright: René Wiesner

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