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[Review] Hidden in the Woods

Dieser chilenische Independent-Horrorfilm von 2012, dessen Fortsetzung übrigens beim Obscura 2022 Premiere feiert, lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen. Er enthält Backwood- und Rape-and-Revenge-Elemente, ist eine Art Mafia-Thriller und zu großen Teilen auch ein Drama über zwei Mädchen auf der Flucht.

Zur Geschichte: in der Eröffnungszene sehen wir ein paar Jahre zuvor eine Familie die abgelegen in einer kleinen Holzhütte lebt. Der Vater ist Drogendealer und erschlägt die Mutter, weil diese fremdgegangen ist. Die beiden Töchter sehen die Tat mit an. In den folgenden Jahren misshandelt und vergewaltigt der Vater die beiden Mädchen, wobei die eine sogar schwanger wird. Erst Jahre später gelingt ihnen die Flucht, doch sicher sind sie noch lange nicht, denn die Mafia ist hinter ihnen her, auf der Suche nach den Drogen die der Vater versteckt hat.

Der Film basiert angeblich auf wahren Begebenheiten. Das behaupten ja viele Filme aber laut Regisseur entstammen etwa 80% tatsächlich einem echten Fall. In Chile wäre das auch gar nicht so ungewöhnlich, bei uns dagegen umso schockierender. Entsprechend den harten Themen, ist der Film äußerst drastisch und brutal in seiner Darstellung und teilweise sehr schwer verdaulich. Die handgemachten Effekte sehen realistisch und eklig aus.

Man sieht dem Film zwar sein niedriges Budget an, trotzdem sieht er durch schönes Colorgrading ziemlich gut aus. Und ist der Film nun insgesamt gut? So relativ. Er ist recht spannend, die Schauspielerinnen und Schauspieler sind ziemlich glaubwürdig, die Musik ist ordentlich, alles relativ gut, aber nicht weltbewegend. Was den Film dann trotzdem sehens- und empfehlenswert macht, ist die sehr individuelle Erzählform. Es ist eben kein Backwood Slasher oder Rape And Revenge Thriller, der nach bekannten Mustern abläuft, sondern ein Film der einen sehr eigenen Stil hat und einen damit immer wieder überrascht. Man weiß nie was einen erwartet und somit kann einen der Film bis zum Schluss fesseln!

Übrigens entstand gleich zwei Jahre später ein US Remake, produziert von Michael Biehn (Kyle Reese in Terminator) und mit ihm in der Hauptrolle. Regie führte dabei ebenso Patricio Valladares, der Regisseur vom Original. Trotzdem soll das Remake zahmer sein, was natürlich sehr schade ist. Das Original findet man als DVD in den USA Recht günstig. Wer deutsche Untertitel oder Synchro bevorzugt, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Film ist im deutschsprachigen Raum nur als Mediabook erschienen, dass fast überall ausverkauft ist. Bei einem österreichischen Versand findet man es noch neu für 45€, oder man probiert es bei diversen Marktplätzen/Auktionen. Die Synchro ist übrigens sogar anhörbar. Nicht die beste, aber sie okay. Im Mediabook gibt es reichlich Extras, ein interessantes Booklet mit Interview mit dem Regisseur und als Bonus noch den kompletten Film „Dirty Love“ des gleichen Regisseurs.

Auf den zweiten Teil, der 10 Jahre später an die Geschehnisse anknüpft, kann man gespannt sein!

Fazit: Ziemlich krasser, gut gemachter und fesselnder Independent-Film!

Filminfo:
OT: En las afueras de la ciudad; Chile 2012; Regie: Patricio Valladares; Darsteller: Agustin Aguero, Daniel Antivilo, Yuri Caceres, …

Die Rechte aller verwendeter Bilder (Filmplakate, Cover, Screenshots) liegen bei den jeweiligen Filmmachern/Publishern und werden von dieser Seite als Bildzitat verwendet um das Review zu untermauern.
Bildquelle: https://www.imdb.com/title/tt1920956/mediaviewer/rm1515840768/

ofdb.de imdb.com

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