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[Review] Polaroid

Der norwegische Horrorfilm „Polaroid“ hat sich unbemerkt wie ein Ninja an mir vorbei direkt ins Kino geschlichen. Also habe ich ihn mir einfach mal völlig unvorbereitet angesehen. Bis auf die Tatsache, dass es darin um eine verfluchte Kamera geht, wusste ich nichts.

Viel mehr braucht man aber auch nicht zu wissen. Hauptfigur ist die Highschool-Schülerin Bird, die eine alte Polaroid Sofortbild Kamera vom Flohmarkt geschenkt bekommt. Bei einer Party fotografiert sie damit lustig umher, nur um kurz danach fest zu stellen, dass jeder den sie als analoges Foto festgehalten hat, wenig später stirbt. Da die Tode immer nach einem Unfall oder Selbstmord aussehen, glaubt ihr niemand der Erwachsenen, dass sich ein Fluch dahinter verbirgt.

Klingt irgendwie vertraut, oder? Ein bisschen Ring, ein bisschen Final Destination, zum Abschmecken noch ein Schuss Nightmare on Elm Street. Die Story ist nichts besonderes, aber sie ist spannend und unterhaltsam bis zum Schluss und kann auch mit ein paar interessanten Wendungen aufwarten.

Ebenfalls nichts Besonderes ist die Umsetzung ABER sie ist besonders gut gelungen, ja gerade zu perfekt. Die Musik und Geräuschkulisse untermalt die gruseligen Stimmung auf den Punkt genau. Jumpscares sitzen perfekt und jagen einem einen Schrecken über den Rücken obwohl man weiß, dass da gleich was kommen wird. Die jugendlichen, unbekannten Schauspieler agieren glaubhaft, die Charaktere sind keine Klischeeabziehbilder wie in vielen anderen Teeniehorrorfilmen. Das „etwas“ das die jugendlichen umbringt wird nie genau gezeigt und bleibt deshalb gruselig. Der Film feuert kein Effekte- und Schnittgewitter ab, sondern baut seine Atmosphäre ruhig auf. Dadurch und durch die Thematik mit der Polaroidkamera wirkt er wie ein guter alter Horrorfilm und gleichzeitig durch sinnvollen und geringen CGI Einsatz modern. Kein Arthouse, kein Familiendrama, kein Schnickschnack, einfach nur ein sehr sehr guter, übersinnlicher Horrorfilm. Mit knapp 1 1/2 Stunden geht er keine Minute zu lang, keine Sekunde kommt Langeweile auf.

Dass in einem Film so auf den Punkt genau alles passt, hat man selten. Man könnte denken der Regisseur hat alle guten Horrorfilme der letzten 100 Jahre studiert um hiermit einen perfekt inszenierten Film zu schaffen. Dass dabei die Story nichts neues ist, verzeiht man ihm gerne. Ebenso dass der Film völlig blutleer daher kommt. Andere gute Horrorfilme wie Ring und Poltergeist kamen ja auch ohne Splatter aus.

Übrigens, Regisseur Lars Klevberg ist auch verantwortlich für das kommende Child’s Play Remake, was mich ein klein wenig auf dieses hoffen lässt. Aber nur ein klein wenig, schließlich spielt Chucky nicht mit.

Fazit: Inhaltlich nicht weltbewegender aber wirklich saugut inszenierter Horrorfilm. Unbedingt ansehen!

Filminfo:
OT: Polaroid; Kanada, Norwegen, USA 2019; Regie: Lars Klevberg; Darsteller: Kathryn Prescott, Katie Stevens, Tyler Young, …

Die Rechte aller verwendeter Bilder (Filmplakate, Cover, Screenshots) liegen bei den jeweiligen Filmmachern/Publishern und werden von dieser Seite als Bildzitat verwendet um das Review zu untermauern.
Bildquelle: https://www.imdb.com/title/tt5598292/mediaviewer/rm2933880064
ofdb.de imdb.com

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