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[Review] Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe

Nachdem Dario Argento seit 1967 an diversen Drehbüchern mitgeschrieben hatte, unter anderem auch an dem von ‚Spiel mir das Lied vom Tod‘, drehte er 1970 mit „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ seinen ersten eigenen Film, zu dem er ebenfalls das Drehbuch schrieb.

Die Story dreht sich um einen amerikanischen Autor der in seiner Heimat in Rom zu Besuch ist und zufällig einen versuchten Mord beobachtet. Als einziger Zeuge wird er zunächst selbst verdächtigt und darf Italien nicht verlassen. Also macht er sich daran den wahren Mörder zu finden, der bereits drei andere junge Frauen auf dem Gewissen hat.

Bereits bei diesem ersten Werk Argentos erkennt man deutlich dessen Handschrift und entdeckt viele Elemente, die auch seine späteren Werke auszeichnen. Insbesondere für ‚Profondo Rosso‘ wurden einige Ideen wiederverwendet, zum Beispiel dass einem Zeugen die Erinnerung an ein wichtiges Detail fehlt, welches später zur Lösung des Rätsels beiträgt. Aber auch visuell nimmt der Film schon einige Elemente vorweg. So erinnern sowohl leuchtende Primärfarben als auch kunstvoll hergerichtete Mordszenen an seine späteren Werke. Dabei wird zwar mit Brutalität nicht gegeizt, es ist aber noch lang kein Splatter wie in späteren Werken zu sehen.

Die Musik stammt übrigens vom großartigen Komponist Ennio Morricone, den Argento sicherlich durch die Arbeit an ‚Spiel mir das Lied vom Tod‘ kannte. Morricone ersann für diesen Giallo passende und sehr stimmige Horrorfilmmusik. Allerdings ist diese noch nicht so einzigartig wie die der späteren großen Klassiker von Argento, die von der Band Goblin vertont wurden.

Auch die Schauspieler sind toll, sehr schön ist zum Beispiel ein Gastauftritt von Mario Adorf als exzentrischer Künstler.

Der Film wird oft als erster Teil einer Trilogie bezeichnet, deren weitere Teile Argentos ‚Die Neunschwänzige Katze‘ und ‚Vier Fliegen auf grauem Samt‘ (beide 1971) sind, obwohl diese inhaltlich nicht zusammen hängen. Sie sind aber alle Giallos im ähnlichen Stil und haben Tiere im (Original-) Namen.

Der deutsche Titel ‚Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe‘ kommt übrigens daher, dass der Film in Deutschland als Teil der Edgar Wallace Reihe vermarket wurde, deren Titel teilweise mit „Das Geheimnis… “ anfingen. Mit schwarzen Handschuhen hat die Handlung allerdings so gut wie nichts zu tun, der Originaltitel „L’uccello dalle piume di cristallo“ (übersetzt: Der Vogel mit den Kristallfedern) ist da wesentlich sinnvoller.

In Deutschland gibt es den Film übrigens ungekürzt und mit guter Bildqualität auf BD. Die ausverkauften limitierten Editionen werden allerdings ab 60€ angeboten. Auf DVD und bei Amazon Video wiederum gibt es nur gekürzte Versionen mit mieser Bildqualität. Ich kann daher z.B. die UK Bluray zum Normalpreis empfehlen, wenn man nicht unbedingt deutschen Ton braucht.

Fazit: Dario Argento zeigt bereits mit seinem ersten Film, dass er ein Meister der spannenden Thriller/Horror Unterhaltung ist. Unbedingte Empfehlung für alle Giallo und Argento Fans!

Filminfo:
OT: L’uccello dalle piume di cristallo; Italien 1970; Regie: Dario Argento; Darsteller: Tony Musante, Suzy Kendall, Enrico Maria Salerno, …

Die Rechte aller verwendeter Bilder (Filmplakate, Cover, Screenshots) liegen bei den jeweiligen Filmmachern/Publishern und werden von dieser Seite als Bildzitat verwendet um das Review zu untermauern.
Bildquelle: https://www.imdb.com/title/tt0065143/mediaviewer/rm3683788032
ofdb.de imdb.com

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