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[Review] Dancing Mary

Der japanische Kultregisseur Sabu („Monday“, „Miss Zombie“) war mit seinen Werken schon mehrfach auf der Nippon Connection und beispielsweise auch auf der Berlinale vertreten. Sein neuestes Werk ist ein gelungener und kreativer Mix aus Horror, Action und Komödie.

Darum geht es: Kenji arbeitet bei der Stadtverwaltung und bekommt die Aufgabe ein altes Theater abreißen zu lassen. Was einfach klingt, wird durch die Tatsache erschwert, dass es in dem Gebäude spukt: der Geist der früheren Tänzerin Mary stört die Abrissarbeiten. Schon mehrere Bauarbeiter sind verunglückt und verschiedene Exorzisten daran gescheitert die Geisterfrau zu vertreiben. Da lernt Kenji ein Mädchen kennen, das als Medium mit Geistern in Kontakt treten kann. Wenn sie Kenji berührt, kann er ebenfalls die Geister sehen und mit ihnen kommunizieren. So erfahren sie warum der Geist der Tänzerin nicht zur Ruhe kommt, und beginnen eine Reise durch Japan und bis nach Taiwan um der Geisterfrau den letzten Wunsch zu erfüllen.

Auf ihrer Reise treffen sie immer neue Geister, bekommen von ihnen neue Information, im Gegenzug helfen sie den Geistern bei bestimmten Angelegenheiten. So helfen sie zum Beispiel dem Geist eines Yakuza, der sich für seine Ermordung rächen will. Während der Film am Anfang noch mit Horrorelementen arbeitet, durch Musik, Schnitt und Schockeffekte gruselig inszeniert ist, wandelt er sich im Verlauf immer mehr in ein eher lockeres Abenteuer. Die Geschichten der einzelnen Geister sind mal berührend, mal zum Schmunzeln und auch die Action kommt nicht zu kurz. Insgesamt hat der Film zwar komödiantische Elemente, lächerlich wird es aber nicht. Spiritualität und der (Aber-)Glaube an Geister sind tief in der japanischen Gesellschaft verankert, so dass die dargestellten Geschichten in diesem Kontext gar nicht so unrealistisch wirken.

Auffällig ist, dass viele philosophische Themen behandelt werden, über den Sinn des Lebens und zu welchem Zweck man auf der Erde ist. Zum Beispiel lernt Kenji bei einem Besuch im Krankenhaus zwei ältere Frauen kennen, die Krebs haben und ihn über seine Bestimmung befragen und ihn damit aufziehen, dass er lieber Befehle befolgt als sich selbst zu verwirklichen.

Die Story insgesamt ist spannend und auch die einzelnen Geistergeschichten wissen zu gefallen, hier und dort hätten aber die Dialoge nach meinem Geschmack etwas kürzer sein können. Das ist aber nur ein kleiner Kritikpunkt in einem ansonsten tollen Film. Neben den sehr guten Schauspielern kann auch besonders die Optik überzeugen. Wenn Kenji das Medium berührt und somit die Geister sehen kann, wechselt der Film in einen schwarz/weiß Modus um auch dem Zuschauer die Geisterwelt näher zu bringen.

Fazit: Sehr unterhaltsames, philosophisch angehauchtes Geister-Action-Drama. Sehenswert!

Filminfo:
OT: Dancing Mary; Japan 2019; Regie: Sabu; Darsteller: Naoto, Aina Yamada, Ryo Ishibashi, …

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Bildquelle: nipponconnection.com
ofdb.de

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