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[Review] Vier Fliegen auf grauem Samt

Der letzte Teil von Dario Argentos sogenannter Tier-Trilogie stammt aus dem Jahr 1971 und ist natürlich wieder ein Giallo, durchaus ähnlich inszeniert wie Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe und Die neunschwänzige Katze. Wieder stammt auch das Drehbuch von Argento, diesmal hat er es allerdings zusammen mit Luigi Cozzi und Mario Foglietti geschrieben.

Darum geht es: Roberto Tobias, Mitglied einer Rockband, wird seit Wochen von einem Unbekannten verfolgt. Als er ihn eines Tages stellen kann, kommt es zu einem Handgemenge und Roberto ersticht den Verfolger aus Versehen. Eine maskierte Person ist zur Stelle und fotografiert das Ganze. Scheinbar wurde Roberto extra in eine Falle gelockt um als Täter in einem inszenierten Mord dargestellt zu werden. Aus Angst selbst beschuldigt zu werden wendet er sich nicht an die Polizei, doch in den nächsten Tagen bekommt er bedrohliche Botschaften und es geschehen weitere Morde in seinem Umfeld. Wer treibt hier ein perverses Psychospiel mit Roberto?

Der Film ist im Prinzip wie seine beiden Vorgänger als spannender Giallo inszeniert. Die Schauspieler sind wieder toll, besonders Bud Spencer in einer Nebenrolle überzeugt. Dass der Film ein paar humorvolle Elemente hat, lockert ihn auf, ohne seine Ernsthaftigkeit zu nehmen. Nur die übertriebene Darstellung des schwulen Privatdetektivs wirkt etwas lächerlich. Interessant ist dennoch, dass Homosexualität und Geschlechterrollen in so einem alten Film thematisiert werden. Es gibt auch wieder ein paar interessante pseudowissenschaftliche Elemente. Es wirkt zwar schon ein wenig unglaubwürdig, dass einem Opfer im Moment des Todes das letzte was es sieht in die Netzhaut eingebrannt ist, aber es eröffnet interessante Ermittlungsansätze.

‚Vier Fliegen auf grauem Samt‘ ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig Musikuntermalung für einen Film ist. Im negativen Sinne, denn in den meisten Szenen hört man keine Musik. Zwar ist Musik sogar inhaltliches Thema der Handlung (die Hauptfigur spielt in einer Rockband) und die Filmmusik stammt, wie schon bei Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe und Die neunschwänzige Katze vom großartigen Ennio Morricone, aber selbst in den spannenden Szenen, wenn ein Opfer vom Mörder verfolgt wird, hört man keine oder nur ganz leise Musik. Ich dachte erst das wäre vielleicht ein Fehler auf der deutschen Tonspur und habe in ein paar Szenen auf die italienische und englische gewechselt, aber auch da war nichts zu hören. Schade. Die Abwesenheit von Musik nimmt den meisten Szenen ihre Stimmung.

Auf wikipedia kann man dazu lesen, dass Argento mit der Arbeit von Morricone nicht zufrieden war und sich daraufhin auch mit ihm zerstritten hatte. Ein was Gutes hatte das aber: in den folgenden Filmen Argentos übernahm die großartige Band Goblin die Musikuntermalung!

Der Film war einige Jahre auf Grund von Rechtsstreitigkeiten nicht erhältlich, mittlerweile bekommt man ihn aber zum kleinen Preis in restaurierter und ungekürzter Fassung auf Bluray.

Fazit: Im Prinzip ein weiterer sehr guter Giallo aber auf Grund fehlender Musikuntermalung kommt die Spannung nicht so gut rüber.

Filminfo:
OT: Quattro mosche di velluto grigio; Italien 1971; Regie: Dario Argento; Darsteller: Michael Brandon, Mimsy Farmer, Bud Spencer, …

Die Rechte aller verwendeter Bilder (Filmplakate, Cover, Screenshots) liegen bei den jeweiligen Filmmachern/Publishern und werden von dieser Seite als Bildzitat verwendet um das Review zu untermauern.
Bildquelle: https://www.imdb.com/title/tt0066735/mediaviewer/rm612099072
ofdb.de imdb.com

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