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[Review] Es: Kapitel 2

Eigentlich hätte nicht viel schief gehen können. Die Neuverfilmung von Es war definitiv gelungen und einer der erfolgreichsten Filme 2017. Teil 2 war somit beschlossene Sache und auch inhaltlich schon vorgegeben: während Kapitel 1 ausschließlich die Geschichte der Kinder und ihren Kampf gegen „Es“ behandelt, dreht sich „Es: Kapitel 2“ 27 Jahre später um die erwachsenen Verlierer und ihren Versuch „Es“ endgültig zu vernichten. Dass die Geschichte der Kinder wesentlich interessanter ist, da die Kinder unschuldig sind und die Darsteller (sowohl in der alten wie auch in der neuen Verfilmung) einfach großartig, war von vornherein klar. Deshalb wurden in Teil 2 viele neu gedrehte Rückblickszenen intergriert.

Soweit so gut – theoretisch. Jetzt entschlossen sich die Macher aber aus dem zweiten Teil eine Komödie zu machen. Es sind dermaßen viele Gags drin, dass die Horrorstimmung insgesamt untergeht. Ein paar wenige gelungene Gruselszenen gibt es, die meisten werden aber immer dann wenn es spannend wird von einem möchtegern coolen Oneliner zerstört. Und wenn es kein lustiger Spruch ist, dann ist es ein lächerliches CGI Monster, dass die Atmosphäre killt.
Ja, ich weiß, in Teil 1 und auch in der alten Verfilmung gab es Humor. Richie zum Beispiel war als Kind schon ein Spaßvogel und als Erwachsener ein Berufskomiker. Er hatte immer einen lustigen Spruch auf den Lippen – meistens um seine Angst zu überspielen. Was er aber hier in Verbindung mit Eddy abliefert ist eine Comedy-Show. Die extrem überspitzte Mimik und Gestik erinnert mehr an eine Horror-Parodie. Man denkt man wäre in einem Scary Movie gelandet…

Inhaltlich gibt es auch so manche Unzulänglichkeit. So ist die Handlung ziemlich redundant. Zwar sind die neu gedrehten Rückblicksszenen gut gemacht aber inhaltlich können sie nichts neues hinzufügen. Immer wieder werden die Verlierer mit ihren Ängsten konfrontiert, mal als Kind, mal als Erwachsene, mal in einer Vision… selbst als man denkt es ist jetzt zu Ende, geht es quasi wieder von vorne los. Das ist viel zu viel, die lange Laufzeit von 2,5h wirkt hier künstlich gestreckt. Bei Teil 1 waren die über 2h gut gefüllt und es wurde nicht langweilig.

Dann ist da noch die Sache mit Bev und Ben (dem „Dicken“). Bereits am Ende von Teil 1 findet sie heraus, dass er den Liebesbrief an sie geschrieben hat. In Teil 2 findet sie es nochmal heraus… ja, die Macher wollten halt diesen Moment, diesen kleinen Plottwist, unbedingt nochmal mit rein bringen, damit man auch noch etwas Romantik und Knutschi-Knutschi hat… wie peinlich.

Wie bereits bei der alten Verfilmung ist der Endkampf optisch nicht gelungen, dieses mal liegt es aber an maßlos übertriebenem Einsatz von CGI. Auf seine Weise ist dieses Ende sogar noch lächerlicher als die billige Spinne im alten Film. Schade. Das anschließende viel zu lang ausgedehnte Happy End setzt dem ganzen noch eine negative Krone auf.

Das soll nicht heißen, dass der Film generell schlecht ist. Es ist hochwertig gedreht, sieht toll aus, die Schauspieler sind großartig. Die Übergänge zwischen Gegenwart und Rückblicksszenen sind schön gemacht. Wenn man ca. 1h an Comedy raus schneiden würde, wäre es ein guter Horrorfilm.

Fazit: Wenn bei den gruseligen Szenen das komplette Kinopublikum laut los lacht … dann haben die Macher einiges falsch gemacht.

Filminfo:
OT: It: Chapter Two; USA 2019; Regie: Andrés Muschietti; Darsteller: James McAvoy, Bill Hader, Bill Skarsgård, …

Die Rechte aller verwendeter Bilder (Filmplakate, Cover, Screenshots) liegen bei den jeweiligen Filmmachern/Publishern und werden von dieser Seite als Bildzitat verwendet um das Review zu untermauern.
Bildquelle: https://www.imdb.com/title/tt7349950/mediaviewer/rm3248725249
ofdb.de imdb.com

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