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[Review] Secrecy (WoF 2019)

Mit „Secrecy“ wurde auf dem Weekend of Fear 2019 die letzte Schauspielarbeit des leider viel zu früh verstorbenen großartigen Mika Metz (The Curse of Dr. Wolffenstein) gezeigt.

Der Film lässt sich grob in drei Akte einteilen: erst ist es ein Drama, bei dem die Welt eines Arztes (Mika Metz) zusammen bricht als er erst seine Tochter, dann seine Frau bei einem Verkehrsunfall verliert. Danach wandelt sich der Film in einen Thriller, als der Arzt Hinweise auf ein geheimes Doppelleben seiner Frau findet und Nachforschungen anstellt. Schließlich mündet der Film in einen brutalen Racheakt, in dem sich der Arzt ohne Rücksicht auf Verluste die Personen vornimmt, die seiner Meinung nach an seiner Misere schuld sind.

So wie der Film in diesen drei Phasen erst dramatisch, dann spannend und am Ende aufregend wird, so spielt Mika Metz jeweils absolut großartig. Man nimmt ihm jede Trauer, Wut, Verzweiflung und bitteren Hass zu 100% ab, man kann seine Gefühle praktisch selbst spüren. Wenn er nach dem Verlust seiner Frau und Tochter sagt, dass der Tod doch manchmal sehr plötzlich kommt, wirkt das gleichzeitig makaber und ergreifend, mit dem Hintergrundwissen dass Mika Metz zu diesem Zeitpunkt schon schwer krank war.

Obwohl von der Story her die Wandlung des Arztes ein wenig plötzlich und damit etwas unglaubwürdig daher kommt, durch Mika Metz großartiges Schauspiel ist der Plot dennoch überzeugend. Man könnte fast meinen der Film ist nur für ihn geschrieben und gedreht worden, er ist in nahezu jeder Minute auf dem Bildschirm präsent und beherrscht alles.

Doch genug der (völlig berechtigten!) Lobeshymnen auf den Hauptdarsteller. Der Rest des Films ist ebenfalls sehr gelungen. Er ist gut gefilmt und die anderen Schauspieler machen ihre Sache toll. Durch den wie immer sehr guten Schnitt von Kai E. Bogatzki (Scars of Xavier) wirkt der Film sehr professionell und teurer als er vermutlich war. Letztendlich sind die harten Goreeffekte im letzten Drittel eine Freude für jeden Splatterfan. Gemacht wurden diese von Philip Rathgeber, der unter anderem in Filmen von Olaf Ittenbach schon die Effekte mit gemacht hat.

Fazit: Tolles Independent Rache-Thriller-Drama mit einem brillanten Mika Metz in seiner letzten Rolle!

Filminfo:
OT: Secrecy; Deutschland 2018; Regie: Kevin Wloczyk; Darsteller: Mika Metz, Anne Alexander Sieder, Nina Fischer, Thomas Binder, Laura Bakowsky, …

Die Rechte aller verwendeter Bilder (Filmplakate, Cover, Screenshots) liegen bei den jeweiligen Filmmachern/Publishern und werden von dieser Seite als Bildzitat verwendet um das Review zu untermauern.
Bildquelle: https://www.imdb.com/title/tt5209706/mediaviewer/rm3064230656
ofdb.de imdb.com

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Dieses Thema enthält 3 Antworten und 3 Teilnehmer. This post has been viewed 303 times Es wurde zuletzt aktualisiert von  FlediDon vor 5 Monate. This post has been viewed 303 times

Ansicht von 3 Beiträgen - 1 bis 3 (von insgesamt 3)
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    Beiträge
  • #4454

    mdbnase
    Teilnehmer

    Ich muss da doch ein bisschen mehr Kritik üben. Zum einen hat der Film einen relativ billigen Look, der aber sicher dem geringen Budget geschuldet ist. Interessant ist die Aufteilung in die drei erwähnten Teile allerdings schon. Leider ist die Umsetzung nicht wirklich homogen , denn die Brüche sind schon deutlich zu erkennen. Zudem wirkte auf mich der zweite Part doch ziemlich schleppend und ermüdend, so dass ich folglich mehrmals eingenickt bin. Vielleicht resultiert ja auch daher, dass ich die Brüche so stark empfunden habe. Denn der dritte Teil des Films will für mich so gar nicht zum Einstieg passen. Werde mir den Film jedenfalls dahingehend nochmals ansehen müssen. Trotzdem, Mika Metz in allen Ehren, waren die schauspielerischen Leistung – ebenso wie die ganze Produktion – doch eher auf durchschnittlichem TV-Niveau. Daran wird auch eine zweite Sichtung wacheren Auge wohl nichts ändern können.

     

    #4456

    Dvdscot
    Teilnehmer

    Das stimmt total, das haben wir bei WOF Filmen häufiger. Ich hatte auch schon Befürchtungen. Nur diesmal kriegt der Film gegen Ende die Kurve.

    Hast du Sant Marti gesehen am Schluss? Der sieht optisch und technisch am besten oder filmreifsten aus. Nur vom Inhalt her ist er relativ Standard, wird Fledi’s Review auch noch zeigen.

    #4458

    FlediDon
    Keymaster

    Den billigen HD Look den du ansprichst hat ja fast jede Independent Produktion (auch zum Beispiel „Beyond Fury“ der sicher wesentlich aufwendiger und teurer war als „Secrecy“). Gerade der Anfang des Films, der Drama-Teil, verstärkt diesen Eindruck eines TV-Dramas. Trotzdem hebt sich der Film durch die Farbgebung (so Sepia-artig) und den sehr guten Schnitt deutlich von TV Produktionen und auch von den meisten anderen WoF Filmen ab, finde ich.

    Dass die drei Teile des Films inhomogen sind da gebe ich dir recht. Dass mir die Entwicklung rein inhaltlich zu schnell geht und damit unlogisch/unrealistisch rüberkommt, habe ich ja bereits erwähnt. Filmtechnisch gesehen hat man hier drei verschiedene Genres – und gerade das finde ich gut! Ein gelungenes Experiment wenn man so will und alle drei Teile sind auf ihre Weise gut umgesetzt, von der inhaltlichen Logik einmal abgesehen.

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